Urheber- und Persönlichkeitsrechte im Internet

Recht am eigenen Bild

Im Internet ist vieles einfach: Benutzerfreundliche Computer und einfach zu bedienende Online-Technologie erleichtern den Zugriff auf die Angebotsfülle im Internet. Die Zukunft des Internet gehört den Nutzern, die nicht mehr nur von vorgefundenen Inhalten profitieren, sondern dazu übergegangen sind selbst digitale Inhalte zu erzeugen und einzustellen.
Sobald der Nutzer fremde Inhalte (z. B. Bilder von Dritten, Ausschnitte aus Stadtplänen) online stellen will, muss sich mit einem Mindestmaß an Rechtskenntnis ausstatten, um im Internet keine Rechtsverletzungen zu begehen und dafür belangt zu werden. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Urheberrecht und dem Recht am eigenen Bild. Wenn ich ein Foto mache von meinen Freunden im Schwimmbad, mag ich damit eine kreative Leistung erbracht haben, die nach dem Urheberrechtsgesetz geschützt ist. Diese Aufnahme darf ich aber nicht auf meinem Blog online stellen, weil ich damit die Persönlichkeitsrechte (Recht am eigenen Bild) der Abgebildeten verletze. Alle Menschen haben das Recht am eigenen Bild, das heißt, dass ich die Bildnisse meiner Freunde nur mit deren Einverständnis (Einwilligungserklärung) veröffentlichen darf. Lediglich für Aufnahmen von berühmten Persönlichkeiten (Politiker, Stars) und öffentliche Ansammlungen von Menschen gilt etwas anderes. Abgesehen von der Zulässigkeit auf der Basis der rechtlichen Grundlagen, sollte sich jeder in die Lage des Abgebildeten versetzen und sich fragen, ob es ihm angenehm wäre, sich ungefragt im Bikini auf einer Internet-Plattform veröffentlicht zu sehen. Obwohl das Urheberrecht und das Recht auf das persönliche Bild im Detail sehr komplex sind, treffen zwei einfache Regeln fast immer zu:

  • Wer fremde Werke (Musikstücke, Filme, Fotos, Texte, Fernsehsendungen usw.) online stellen will, muss den Rechteinhaber fragen.
  • Wer Fotos online stellen will, auf denen Personen abgebildet sind, muss die Abgebildeten um Einverständnis bitten.


Wer ist ein Urheber und wofür hat man wann Urheberrechte?

Alle Werke aus den Bereichen der Literatur, Wissenschaft und Kunst werden ab dem Zeitpunkt des Schaffens durch das Urheberrecht geschützt. Der Urheber muss seine Urheberschaft nicht anmelden. Für die Werke gelten dabei bestimmte Bedingungen:

  • Das Werk muss etwas Eigenes haben, eine Idee muss ihm zu Grunde liegen.
  • Das Werk muss in einer wahrnehmbaren Form (gesprochen, geschrieben, gemalt etc.) existieren und nicht nur als reine Idee.

Der Urheber hat das Recht, darüber zu bestimmen, wer sein Werk wann, wo und zu welchen Bedingungen nutzen darf. Eine Ausnahme davon ist das Zitat, für das jedoch sehr enge Regeln gelten. 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers erlischt das Urheberrecht. DDas Werk ist gemeinfrei und steht der Allgemeinheit zur Verfügung.

Was sind Nutzungsrechte, wer hat sie wofür?

Im Urheberrecht sind auch die Nutzungsrechte geregelt. Weil der Urheber das alleinige Recht auf Verwertung seines Werkes hat, kann nur er anderen (gegen Entgelt oder unentgeltlich) ein Nutzungsrecht (auch als Lizenz bezeichnet) einräumen. Zu den Nutzungsarten gehört neben dem Senden, Aufführen und Vervielfältigen auch das Veröffentlichen eines Werkes mit der Möglichkeit von zeitlichen und örtlichen Begrenzungen.

Was bedeutet das Recht am eigenen Bild?

Das Recht auf das eigene Bild gehört zu den Persönlichkeitsrechten wie auch das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und der Schutz vor Eingriffen in die Privat- und Intimsphäre. Das Recht auf das eigene Bild und das Recht an den persönlichen Daten gelangt im Zeitalter des Internet in eine neue Dimension.
Jede Person hat das Recht selbst darüber zu entscheiden, ob und wie sie in der Öffentlichkeit (Internet) dargestellt werden möchte, das heißt welche persönlichen Informationen wie Bilder, Interviews, Daten usw. über sie veröffentlicht werden dürfen.
Das Recht am eigenen Bild ist ein grundrechtlich geschütztes Persönlichkeitsrecht, das jedem Menschen unabhängig von seinem Alter zusteht. Werden Fotos von Minderjährigen gefertigt, können diese grundsätzlich nur nach vorheriger Einwilligung der Abgebildeten veröffentlich werden. Um dieses Recht auszuüben, muss ein Mindestmaß an Einsichtsfähigkeit vorhanden sein, das bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr in der Regel noch nicht gegeben vorausgesetzt werden kann. Solange machen die Erziehungsberechtigten die Rechte ihrer Kinder geltend und setzen diese durch.
Vor der Veröffentlichung von Fotos auf Internet-Plattformen sind die abgebildeten Personen um Erlaubnis zu fragen. Bei Minderjährigen geben die Erziehungsberechtigten ihr Einverständnis. Diese Einwilligung können Sie jederzeit widerrufen.

Wer hat Hausrecht und was bedeutet das?

Der Eigentümer (bzw. der Mieter) eines Grundstücks oder eines Hauses bestimmt über die Nutzung seiner Räumlichkeiten und kann so seine Interessen und seine Privatsphäre schützen. Mit diesem Hausrecht kann er bestimmen, wer sich auf seinem Grundstück oder in seinem Haus aufhält und auch darüber, ob, wann und zu welchen Bedingungen Fotos gemacht werden dürfen. Eine Ausnahme wird gemacht, wenn das Grundstück oder Gebäude vom öffentlichen Raum (Straße, Gehweg) aus zu sehen und zu fotografieren ist.

Du möchtest Deine Fotos auf KameraKinder hochladen – Worauf musst Du achten?

Auf KameraKinder könnt Ihr Kinder Eure selbst gemachten Fotos hochladen.

  • Bei von Dir selbst gemachten Fotos bist also Du der Urheber Deiner Bilder und kannst entscheiden, ob Du diese im Internet veröffentlichen willst.
    Aber halt! Was ist auf dem Foto abgebildet? Dein Hund, eine Blume oder vielleicht Dein bester Freund auf dem Fahrrad oder die Oma beim Stricken?
  • Alle Personen, die auf Deinen Fotos zu erkennen sind, musst Du vorher fragen, ob sie damit einverstanden sind, dass Du die Bilder auf KameraKinder hoch lädst. Es gibt aber ein paar Ausnahmen:
    • Wenn Du eine große Menschenmenge (z. B. auf der Kirmes oder bei einem Konzert) fotografierst, musst Du die Personen nicht fragen.
    • Fotografierst Du in der Stadt ein interessantes Gebäude und einige Fußgänger sind zufällig (als Beiwerk) mit auf dem Bild, musst Du diese Personen ebenfalls nicht fragen.
    Du darfst Fotos von Häusern und Grundstücken auf KameraKinder hochladen, falls Du diese von der Straße oder vom Gehweg aus sehen und aufnehmen konntest. Aber:
  • Wenn Du für die Aufnahme auf die Einfahrt des Grundstücks gegangen bist, musst Du die Eigentümer vor der Veröffentlichung auf KameraKinder um Erlaubnis bitten.

Du hast Deine Fotos auf KameraKinder hochgeladen – Worauf müssen wir achten?

Du bist der Urheber der Fotos, die Du selbst gemacht und auf KameraKinder hochgeladen hast. Das bedeutet, dass Du bestimmen kannst ob, wann, wo und wofür Deine Bilder veröffentlicht werden dürfen. Mit dem Hochladen auf KameraKinder hast Du Dein Einverständnis gegeben, dass Deine Fotos auf KameraKinder zu sehen sind, aber auch nur dafür.
Für alle weiteren Veröffentlichungen (außer bei Einreichungen zum Fotopreis mit besonderen Regularien) Deiner Fotos benötigen wird Deine gesonderte Erlaubnis. Das heißt:

  • Wir fragen Dich um Erlaubnis, wenn wir Deine Fotos noch anders nutzen wollen, z. B. für einen Flyer zum Fotopreis NRW oder für einen Artikel in einer Tageszeitung.
  • Die strickende Oma oder den Eigentümer des schönen rosa Hauses auf Deinem Foto müssen wir dann auch um ihr Einverständnis bitten, dass das Foto von ihnen auf dem Flyer zu sehen ist.
  • Für das Foto mit dem Freund auf dem Fahrrad benötigen wir sein Einverständnis und die Zustimmungserklärung seiner Erziehungsberechtigten, da Kinder und Jugendliche besonders geschützt werden müssen.